Darf ich vorstellen? – Leander (:

Darf ich vorstellen? – Leander (:

Darf ich euch den neuen Begleiter an meiner Seite vorstellen? Das ist Leander. Seit Montag schmückt er mein Wohnzimmer und ist auch schon fleißig ausprobiert worden. Aber alles der Reihe nach:

Als ich das letzte Mal zuhause war und der Stoffesegen über mich hereingebrochen ist, habe ich unter anderem auch mit meiner Oma über all die kleinen Macken von Luzi gesprochen. Irgendwann meinte sie: Warum kaufst du dir denn nicht eine neue Maschine, du scheinst ja doch dabei zu bleiben. Dieser Satz hat sich in mein Gedächtnis eingeprägt und ich wusste, dass sie eigentlich recht hat. Eine neue Maschine wäre durchaus sinnvol… Nur was für eine soll es werden? Was soll sie alles können? Auf was kann ich verzichten? Was bin ich bereit auszugeben? Es folgte ein Abend Internetrecherche, der recht ernüchternd war. Ich hatte mir vorgestellt, dass ich so bis 150€ was ausgeben wollte. Meine Maschine sollte am liebsten eine Näh- und Stickmaschine sein, mit der ich auch schöne Zierstiche und am allerliebsten auch ein Alphabet, sowie Zahlen sticken oder zumindest aufnähen kann. Ziemlich hohe Ansprüche für einen ziemlich niedrigen Preis… Schnell war klar, das geht so nicht. Heißt, Ansprüche runterschrauben oder Preis rauf – Ich habe dann das Glück, dass ich ein wenig von meiner Oma und einigen anderen Leuten gesponsort worden bin, dementsprechend war die Möglichkeit den Preis hochzuschrauben gegeben. Aber eine neue Maschine gibt es auch nicht für 250€, wenn sie auch ein bisschen was können soll. Also hieß es, auf Ebay mal nach gebrauchten Maschinen zu suchen. Hierbei liebäugelte ich lange mit einer AEG Computer Nähmaschine 681, als B-Ware, also Ausschussware. Die sollte um die 200€ kosten. Allerdings bin ich dann mal – wieder in Berlin – zu einem Fachhändler gegangen, um mich beraten zu lassen. Natürlich war die Dame nur auf ihren Vorteil aus, aber sie hat mir die eine oder andere negative Eigenschaft von Versandhausmaschinen genannt, die ich mir auch schon vorher durch den Kopf hatte gehen lassen. Vor allem ging es da um den geringen Service, den man erwarten muss und die Tatsache, dass man bei Versandhausmaschinen Glück, aber auch eben großes Pech haben kann. Das weitere Verkaufsgespräch war ernüchternd, sie meinte, mit meinen Preisvorstellungen würde ich höchstens eine recht einfach Maschine bekommen, die eben nicht viel mehr als Luzi kann. Niedergeschlagen bin ich also wieder nach Hause. Ich hab die Suche dann ein paar Tage ruhen lassen, bevor ich mich gegen die AEG Machine entschied. Ich war mir für den Preis einfach zu unsicher. Dann kamen etliche weitere Maschinen in Betracht – Versandhausmaschinen aber auch Marken wie Husqvarna, Singer, Pfaff etc. Allerdings hat mich auch von denen keine so überzeugen können. Schon völlig resigniert, habe ich die Suche erstmal an den Haken gehängt. Nicht so meine Mama, die vermutlich genauso gespannt war wie ich, welche Maschine es werden würde. Sie hat eifrig weitergesucht und mich eines Sonntagmorgens aus dem Bett geklingelt: „Guck dir mal die Maschine an. Die klingt eigentlich ganz gut und ist jetzt bei 170€!“ Noch halb am Schlafen habe ich dann folgendes gesehen: Preis (derzeit) bei 170€, noch 40 Minuten Restzeit. Hier die wichtigsten Infos:

„Maschinenalter: nicht bekannt
Garantie: 12 Monate Gebrauchtgeräte-Garantie
Allgemeiner Zustand: Gebrauchsspuren
Zubehörausstattung: Serienzubehör ohne Abdeckung
Früherer UVP: 749,00 €
Seriennummer: ***********
Rechnung ohne MwSt. Ausweisung, da Privatrückkauf
Die Singer quantum 9920

Eine Elektronik-Nähmaschine mit besonderem Komfort und äußert praktischer Bedienung.

Sie näht bis 7 mm Stichbreite. Muster können Sie drehen, spiegeln und kombinieren. Ein Musterspeicher
für eigene Muster steht zur Verfügung. Die 24-stufig verstellbare Gerdanaht hilft beim perfekten Einnähen
von Reißverschlüssen oder beim Steppen und Quilten.

Die Automatikspannung sorgt immer für saubere Stiche und läßt sich bei Bedarf auf manuellen Betrieb umstellen.

Funktionen:

  • Anzahl der Stichmuster: 262
  • Alphabete mit Klein- und Großschrift, Zahlen, und Satzzeichen: 2
  • Professionelle Knopflochtypen: 8
  • Exklusives SINGER Ruck-Zuck-Knopfloch
  • LCD Display
  • Maximale Speicherkapazität des Musterspeichers: 40
  • Stichbreite bis 7 mm
  • TopKlick-Spule für bequemen Spulenwechsel
  • Schnelleinfädelsystem
  • Nadeleinfädler
  • Praktischer Fadenabschneider (an der Stichplatte)
  • Schneller Nähfußwechsel mit Schnappsystem
  • Regulierbarer Nähfußdruck: 3 Einstellungen
  • Für saubere Nähte auch bei mehreren Stofflagen!
  • Optimale Durchstichskraft – bei jedem Nähtempo!
  • Versenkbarer Transporteur für Stopfen und Freihandstickerei
  • 24 Nadelpositionen: ideal fürs Quilten und Absteppen!
  • Nadelstopp
  • Zwillingsnadel-Funktion: halbiert automatisch die Stichbreite
  • Programm für automatische Rückwärtsnähen
  • Musterspiegelung bei Nutz- und Zierstichen
  • Nähgeschwindigkeit bis 900 Stiche/p. min.
  • Leichter Wechsel der Nähfläche von Flachbett zu Freiarm
  • Ergonomische Nähfläche mit viel Platz für große Näharbeiten
  • Horizentaler Garnrollenhalter
  • Eingebaute Zubehörbox
  • Eingebauter Tragegriff
  • Musterumkehr bei Nutz- und Zierstichen
  • Musterbearbeitung
  • Einzelmusterfunktion
  • Musterverlängerung der Satinsich (bis zu fünffacher Größe)

Geradstich mit automatischer Verriegelung am Nahtanfang.“

Nachdem ich das gelesen hatte, war ich durchaus interessiert. Die konnte ja genau das, was ich wollte! Immer noch ein wenig im Halbschlaf habe ich dann noch mit meiner Mutti gequatscht, ob ich darauf bieten soll oder nicht, und wenn ja, wie viel. Geeinigt haben wir uns auf (erstmal) maximal 230€. Ich war dann allerdings so im Bieterfieber (ich sollte mich nicht auf Ebay rumtreiben) und habe in den letzten Minuten mir meine Nähmaschine durch die Finger gleiten sehen, dass ich mein Maximalgebot nochmal auf 250€ erhöht habe. Gut so, denn 2 Minuten später war ich stolze Besitzerin einer Singer quantum 9920 :)Letztliches Endgebot war dann 241€. Also immer noch im Budget.

Ich habe dann erstmal Luftsprünge gemacht und mich geärgert, dass keiner da war, den ich knuddeln kann. Aber das hab ich dann telefonisch erledigt 😀 Völlig aufgeregt hieß es nun: Warten, bis die Maschine ankommt.

Dummerweise habe ich das ganze über den Ebay-Account meiner Mama gekauft und wir haben nicht daran gedacht, die Adresse zu ändern – heißt, mein Leander landete erstmal bei meiner Mutti 500km weg von mir. Ärgerlich. Also musste ich noch ein weiteres Wochenende aushalten…

Am Montag allerdings war er dann tatsächlich endlich bei mir (: Ich habe auch gleich (unhöflicherweise, da Basti und Julenka da waren), mich an Leander gesetzt und ihn genau studiert. Die Bedienungsanleitung gelesen und jede Menge Probestiche genäht 😀 Hier also mal ein Paar Bilder von meinen Ergebnissen:

Schön erkennen kann man im zweiten Bild ganz unten meine sehr niedlichen Zierstiche. Wer hätte gedacht, dass ich Hunde, Flugzeuge und Fahrräder nähen kann? ^^ Man sieht auch sehr gut, dass Leander sehr schöne Buchstaben näht (s. Clara, Julenka, Jenny), allerdings muss ich dazwischen einige Fäden immer rausschneiden, damit man das vernünftig lesen kann (s. Linda oder Micha).

Dann habe ich ausprobiert, wie viele Zierstiche ich nachheinander nähen kann. Dabei ist das herausgekommen 😉

Das sind sage und schreibe 26 Zeichen, die Leander da am Stück genäht hat. Das ist wirklich faszinierend. Ich stelle einfach die Zeichen ein, drücke auf das Pedal und er macht alles alleine. Sogar am Ende versäubern! 🙂

Ansonsten ist er auch echt ein Prachtsück. Hier habe ich noch einmal ein paar Einzelaufnahmen:

     

Auf dem letzten Bild sieht man auch das reichhaltige Zubehör, dass ich bekommen habe. Einige richtig tolle Nähfüße, die auf meiner Wunschliste standen, habe ich jetzt bekommen 🙂 Es steht einem neuen Kapitel in meiner Näherinnenzeit also nichts mehr im Wege. 🙂

Danke an meine Omi und meine Mutti, ohne die wäre das so schnell und genial nicht möglich gewesen 😀

Liebe Grüße,

eure Clara (:

Die ratternde Luzi!

Die ratternde Luzi!

Das ist sie *__* Meine ratternde Luzi 🙂 Ich habe sie nach meiner Oma benannt, von der ich die Maschine bekommen habe 🙂 Sie ist etwa 35 Jahre, oder etwas älter, und hat die letzten 10 Jahre mindestens in einem Keller gestanden, bevor sie ihren Weg zu mir gefunden hat. Natürlich hat Luzi die eine oder andere Gebrauchsspur, sie ist nicht mehr ganz kratzerlos, aber das ist bei dem Alter auch verständlich. Was aber das wichtigste ist, ist, dass sie eigentlich einwandfrei funktioniert. Und an ihre kleinen Macken habe ich mich schon gewöhnt. Hier nochmal eine andere Perspektive:

Da sieht man gerade die abgeplatzten Lackstellen (unten links) recht gut, aber das stört mich nicht sonderlich.

Was mich allerdings stört, ist, dass ich keine Anleitung für die Kleine habe. Sie war leider nicht mehr in der Originalverpackung, sondern in einer Nähmaschinentasche (die ich jetzt nicht abfotografiert habe) und dementsprechend auch ohne Anleitung. Nichtmal im Internet findet sich eine Bedienungsanleitung *grummel* Aber dann muss ich mir gewisse Sachen eben selbst beibringen. Die meisten Dinge weiß ich schon, allerdings gibt es immer noch Knöpfe, Schalter oder ähnliches, die mir einfach nichts sagen 😀 So zum Beispiel das hier:

Das sind Einstellungen, die ich am Rad der Stichbreite einstellen kann. Nur was genau machen die?! Ich habs ausprobiert und kanns mir nicht wirklich erklären. Ich glaube, dass bei dem ganz links nur links genäht wird und bei dem rechten nur rechts. Aber wofür ist das in der Mitte? Fragen über Fragen. Vielleicht finde ich das nochmal raus, dann kläre ich euch auf 😀

Luzi hat insgesamt 13 verschiedene Stiche, die ich einstellen kann, vom ganz normalen Zickzackstich bis zu außergewöhnlicheren Zierstichen:

Ist ja alles schön und gut, allerdings ist mir noch nicht ganz klar, wie ich die verschiedenen Einsen jeweils einstellen kann. Also einmal den Zickzackstich und den geraden Stich. Wenn ich die Stichbreite auf 0 drehe, dann macht sie sowas wie den Geradestich, allerdings macht Luzi dann keine kleinen Striche sondern nur Punkte. Daran ändert auch die Stichlänge nichts *grübel* Das muss ich nochmal herausfinden…

An Zubehör waren eine Tasche dabei, in der ich sie transportieren kann, ein paar Universalnadeln, ein Schraubenzieher und mehrere Unterfaden-Garnrollen (wie auch immer die wirklich heißen :D). Meine Mutti hat mir auch noch ein paar Handnähnadeln, viele Stecknadeln, eine schöne Schere und ein bisschen Stoff zum Experimentieren geschenkt. 🙂 Dazu gekauft habe ich mir bisher Einfädler (ohne hab ich einfach nicht die Geduld), magische Schneiderkreide, die sich wieder selbst auflöst (allerdings nicht wirklich funktioniert, man sieht die Striche kaum), Jeansnähnadeln und einen inzwischen schon wieder zerstörten Nahtauftrenner. (:

Das wars erstmal dazu. Was sagt ihr zu meiner ratternden Luzi? 🙂 Ich mag sie ♥

LG Clara. 🙂